„Besser ist das: Bodenbeläge kleben oder fixieren – aber wo ist der Unterschied?“

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Welche Vorteile haben geklebte oder fixierte Bodenbeläge gegenüber lose liegenden?

Fußbodenbeläge machen das Wohnen und Arbeiten in Gebäuden angenehm, werten Räume optisch auf und erfüllen vielfältige technische Eigenschaften sowie ästhetische Wünsche. Der Gebrauchswert und vor allem die Gebrauchsdauer eines Fußbodenbelages sind jedoch maßgeblich durch die Art der Verlegetechnik bestimmt. Luftschichten unter dem Belag oder große Möglichkeiten seiner Längen- und Breitenausdehnung führen zu unerwünschten Nebeneffekten. Dazu zählt die ungünstige Abschirmung einer Fußbodenheizung ebenso wie Formveränderungen in der Fläche. Eine feste Verankerung auf den Untergrund steigert dagegen die Langlebigkeit und Komfort des Bodenbelags wesentlich.

Fest heißt dabei aber nicht zwingend „unlösbar“. Hier kann auf verschiedenste technische Lösungen zurückgegriffen werden.

Was ist der Unterschied zwischen „Kleben“ und „Fixieren“?

Mit dem Begriff „Kleben“ ist in der Fußbodentechnik der dauerhafte und feste Verbund eines Bodenbelages auf dem jeweiligen Untergrund gemeint. Bestimmte Bodenbeläge, wie z. B. Linoleum erfordern sogar in jedem Fall eine solche Klebung. In der Regel kommen Klebungen immer dort zum Einsatz, wo höhere Belastungen auftreten. Bereiche, in denen Krankenbetten, Hubwagen oder Gabelstapler fahren, gehören ebenfalls in diese Kategorie. Aber auch der starke Wärmeeinfluss intensiver Sonneneinstrahlung erfordert die hochfeste Verbindung zwischen Belag und Untergrund. Es liegt in der Natur der stabilen Klebungen, dass sie sich nur mit dem Einsatz von entsprechenden Werkzeugen wieder trennen lassen. Dies geht mit einer notwendigen Aufbereitung des Unterbodens für die Neuverlegung einher. Eine Sache für den Profi also, der über entsprechendes Know-how und die benötigten Maschinen verfügt.

„Fixierungen“ sind dagegen Belagsbefestigungen, die sich vergleichsweise leicht wieder trennen lassen. Im Wesentlichen gibt es dafür drei Systeme: Dispersionsfixierungen, Trockenkleber und spezielle Unterlagen. Um es gleich vorweg zu nehmen: den Bodenbelag so einzubauen, dass er später an einem anderen Ort erneut zu nutzen ist, lässt sich in der
Regel nicht realisieren. Die Erfahrung zeigt, dass Verschleiß und Verschmutzung solche Wege ausschließen.

Worauf ist bei Klebungen besonders zu achten?

Je nach Aufgabenstellung kommen unterschiedliche Produkte zur Anwendung. In den überwiegenden Fällen werden sehr emissionsarme Dispersionsklebstoffe eingesetzt. Übrigens: die Zeiten leicht brennbarer, lösemittelhaltiger Kleber sind schon seit Jahrzehnten vorbei und deren Einsatz gesetzlich verboten. Daneben gibt es Klebstoffe mit zwei Komponenten, die zunächst gemischt und danach verarbeitet werden. Sie eigenen sich für viele Spezialfälle und insbesondere bei extremen Belastungen.

Wie immer ist die fachgerechte Untergrundvorbereitung von entscheidender Bedeutung. Er muss den Anforderungen der zu erwartenden Belastung entsprechen. Aufgrund des Wasseranteils muss für Dispersionsklebstoffe ein gut saugfähiger Untergrund vorliegen. Klebstoffhersteller geben die Eignung des Produktes für den jeweiligen Belag als auch Klebstoffmenge, Umgebungsbedingungen (Temperatur und Luftfeuchtigkeit), Ablüftezeit und Angaben zur Endfestigkeit vor. Belagshersteller wiederum beschreiben in der Verlegeanleitung die korrekte Be- und Verarbeitung des Bodenbelages.

Was sind wichtige Faktoren bei Fixierungen?

Ob sich ein Belag zur Fixierung eignet, ist beim Hersteller zu erfragen, wobei geringe Eigenspannung und hohe Dimensionsstabilität entscheidend sind. Nur spezielle, dafür ausgelobte Fixiersysteme lassen sich später rückstandsfrei vom Untergrund beseitigen. Dies ist wesentlich von der Kombination Untergrund/Belag abhängig und sollte unbedingt speziell in Mietwohnungen mit dem Vermieter geklärt werden. Dispersionsfixierungen entsprechen in der Verarbeitung weitestgehend den Klebstoffen. Im Unterschied zum Klebstoff weisen sie eine deutlich geringere Eigenfestigkeit auf, sind gut wasserlöslich und lassen sich daher mittels Intensivreinigung entfernen. Die Alternative hierzu sind Trockenklebstoffe, besser bekannt als Klebebänder. Es stehen breite Klebbänder zur Verfügung, die genauso vollflächig wie Dispersionsfixierungen einzusetzen sind. Die Verwendung schmaler Klebebänder nur im Randbereich führt aufgrund von Belagslängungen fast immer zur Beulenbildung. Darf der vorhandene Untergrund in keiner Weise kontaminiert werden (z. B. Natursteinflächen) bieten sich spezielle, äußerst dimensionsstabile Unterlagen an, die selbst keine Klebstoffschicht tragen. Sie werden lose ausgelegt und der Oberbelag darauf geklebt. Ob eine Klebung erforderlich oder Fixierungen möglich sind, sollte aber immer vom Bodenprofi beurteilt werden. / Werner Schwerdt, Sven Dornhege

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